Die Solarstromfalle: Warum dein PV-Strom immer weniger wert wird und wie Bitcoin Mining das ändern kann

The Solar Power Trap: Why Your PV Electricity Is Becoming Less Valuable and How Bitcoin Mining Can Change That - 21energy

Du hast eine PV-Anlage auf dem Dach, die Sonne scheint und trotzdem verdienst du damit kaum noch Geld? Damit bist du nicht allein. Millionen Solaranlagen in Deutschland, Österreich und der Schweiz produzieren so viel Strom wie nie zuvor, aber die Kilowattstunde vom eigenen Dach wird immer weniger wert. In der ersten Folge von The MAXX Show hat unser Gründer Maximilian Obwexer erklärt, warum das so ist und was du konkret dagegen tun kannst.

Das Problem: Alle speisen gleichzeitig ein

Stell dir einen sonnigen Sonntag im Mai vor. Du hast deine 10 kWp PV-Anlage auf dem Dach, die Sonne strahlt und deine Anlage produziert auf Hochtouren. Klingt perfekt, oder? Das Problem: Genau das Gleiche passiert gerade bei Millionen anderen Anlagen in der DACH-Region.

Die Industrie ist am Sonntag größtenteils offline. Die Nachfrage nach Strom ist gering. Aber das Angebot? Das explodiert förmlich, weil alle PV-Anlagen gleichzeitig zur Mittagszeit ihre maximale Leistung liefern. Was bei jedem Markt passiert, wenn das Angebot die Nachfrage massiv übersteigt, passiert auch hier: Die Preise fallen. Und zwar nicht nur ein bisschen.

Am 11. Mai 2025 erreichte der Spotmarkt in Deutschland einen neuen Rekord: -250 EUR pro Megawattstunde. Was bedeutet das? Jeder, der in dem Moment eine Kilowattstunde Strom verbraucht hat, hat nicht dafür bezahlt, sondern 25 Cent dafür bekommen. Natürlich nur mit einem variablen Stromtarif, aber die Tendenz ist eindeutig.

Die Duck Curve: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

Es gibt ein Diagramm, das dieses Problem perfekt zusammenfasst: die sogenannte Duck Curve. Sie zeigt die Residuallast (das ist der Strombedarf, der nach Abzug der erneuerbaren Energien noch von konventionellen Kraftwerken gedeckt werden muss) über den Tagesverlauf.

Mittags entsteht durch die massive Solareinspeisung ein tiefer "Bauch" in der Kurve, der an den Rumpf einer Ente erinnert. Abends, wenn die Sonne verschwindet und die Menschen nach Hause kommen, steigt der Bedarf steil an und bildet den "Hals" der Ente. Die Kernaussage: Mittags wird der Strom wertlos, abends wird er knapp.

Zwischen 2020 und 2025 hat sich die Situation massiv verschärft. Die Stunden mit negativen Strompreisen haben sich verdoppelt. 2025 gab es in Deutschland bereits 575 Stunden mit negativen Preisen, verteilt auf 110 von 365 Tagen. Und die Einspeisevergütungen? Die fallen weiter.

In manchen Regionen ist die Lage noch drastischer. In Tirol beispielsweise gibt es bereits Gemeinden, in denen Netzbetreiber keine neuen Einspeiseverträge mehr genehmigen, weil das Stromnetz schlicht überlastet ist. Wer sich dort eine neue PV-Anlage aufs Dach baut, bekommt möglicherweise gar keine Vergütung mehr.

The MAXX Show - Mittags wird Strom wertlos

Warum die gängigen Lösungen (noch) nicht reichen

Natürlich gibt es Ansätze, um das Problem zu lösen. Aber keiner davon funktioniert heute schon im nötigen Umfang.

Batteriespeicher sind eine gute Technologie und die Preise sinken erfreulicherweise immer weiter. Allerdings sind sie nach 30 bis 60 Minuten Mittagssonne bereits voll geladen. Danach bleiben die negativen Preise bestehen. Von saisonaler Speicherung, also Solarstrom vom Sommer in den Winter zu verschieben, sind wir noch weit entfernt.

Wasserstoff wurde lange als große Hoffnung gehandelt, doch die Realität holt das Konzept ein. Große Forschungsprojekte werden eingestampft. Der Wirkungsgrad liegt unter 40 Prozent, die benötigte Infrastruktur ist gewaltig und die Komplexität enorm.

Netzausbau ist dringend nötig, denn im Norden Deutschlands wird massiv Windstrom produziert, der im Süden gebraucht wird, aber die Leitungen fehlen. Das führt zu der absurden Situation, dass im Norden Windkraftanlagen abgeschaltet und im Süden teure Gaskraftwerke eingeschaltet werden. Aber Netzausbau braucht Jahre, oft Jahrzehnte.

Eine Lösung, die schon heute funktioniert - Bitcoin Mining

Hier kommt eine Technologie ins Spiel, die viele noch nicht auf dem Schirm haben: Bitcoin Mining. Ein Bitcoin Miner ist ein hochspezialisierter Computer, ein sogenannter ASIC (Application Specific Integrated Circuit). Er kann nur eine einzige Art von Berechnung durchführen, dafür aber extrem effizient.

Was macht das für die Energiewende relevant? Bitcoin Mining hat einige Eigenschaften, die es zur perfekten Ergänzung für unser Stromsystem machen.

100 Prozent Wirkungsgrad bei der Wärmeumwandlung. Jedes Watt, das in einen Bitcoin Miner fließt, wird vollständig in Wärme umgewandelt. Das ist kein Bug, sondern ein Feature: Man bekommt gleichzeitig Bitcoin-Belohnungen und nutzbare Wärme. Wo du sonst Gas oder Öl verbrennst, kann ein Bitcoin Miner dein Zuhause heizen und dabei noch Geld verdienen.

Extrem schnell steuerbar. Ein Bitcoin Miner lässt sich in Sekunden ein- und ausschalten. Perfekt für die schwankende Leistung einer PV-Anlage. Scheint die Sonne, läuft der Miner. Zieht eine Wolke vorbei, drosselt er sofort.

Skalierbar von wenigen Watt bis Gigawatt. Egal ob kleiner Hobby-Miner auf dem Schreibtisch oder industrielle Mining-Farm: Die Technologie funktioniert in jeder Größe.

Geografisch flexibel. Dem Bitcoin-Netzwerk ist egal, wo die Rechenleistung herkommt. Das bedeutet: Bitcoin Mining wandert automatisch dorthin, wo der Strom am günstigsten ist, also genau dorthin, wo gerade Überschuss herrscht.

Sechs Szenarien: Wann lohnt sich Bitcoin Mining in der DACH-Region?

Nicht jedes Setup macht gleich viel Sinn. Hier sind sechs Szenarien mit unterschiedlichem Potenzial:

Szenario 1: Normaler Stromtarif, 24/7 Betrieb. Macht in Mitteleuropa keinen Sinn. Unsere Strompreise sind zu hoch, um profitabel rund um die Uhr zu minen.

Szenario 2: Eigener PV-Überschussstrom. Hier wird es spannend. Statt deinen Überschuss für eine immer geringere Einspeisevergütung ins Netz zu schieben (oder gar nichts zu bekommen), nutzt du ihn für Bitcoin Mining. Je nach Region kann der Bitcoin-Ertrag bereits höher sein als die Einspeisevergütung.

Szenario 3: PV-Strom plus Abwärmenutzung. Die Königsklasse im privaten Bereich. Du minest Bitcoin mit deinem Solarüberschuss und nutzt die entstehende Wärme zum Heizen. Dadurch sparst du zusätzlich Heizkosten von etwa 10 bis 12 Cent pro Kilowattstunde und bekommst obendrein Bitcoin-Belohnungen.

Szenario 4: Dynamischer Stromtarif. In den über 575 negativen Preisstunden 2025 hättest du Geld dafür bekommen, Strom aus dem Netz zu nehmen, das Netz stabilisiert und gleichzeitig Bitcoin verdient. Ein dreifacher Gewinn.

Szenario 5: Regelenergiemarkt. Für größere Industriebetriebe kann es sich lohnen, Bitcoin-Mining-Kapazitäten am Regelenergiemarkt anzubieten und bei Netzüberlastung als flexibler Abnehmer einzuspringen.

Szenario 6: Kombination mit Batteriespeicher. Ein Bitcoin Miner verbessert die Ökonomie jedes Batteriespeichers, weil er den Speicher konstant entladen kann und so für eine höhere Auslastung sorgt. Wir sind überzeugt, dass in wenigen Jahren jeder große industrielle Batteriespeicher in Europa eine Bitcoin-Mining-Anlage daneben stehen haben wird.

Die beste Strategie: Kombiniere so viele dieser Szenarien wie möglich. Eigener PV-Strom, Abwärmenutzung zum Heizen, dynamischer Stromtarif und Batteriespeicher ergeben zusammen ein Setup, bei dem Bitcoin Mining in der DACH-Region richtig viel Sinn macht.

Welche Hardware gibt es?

Die Effizienz der Bitcoin-Mining-Hardware hat sich in den letzten Jahren massiv verbessert. Ein moderner Bitmain S21 Pro ist etwa fünfmal effizienter als der legendäre S9 aus dem Jahr 2017. Allerdings verlangsamen sich diese Effizienzsteigerungen, weil die Chipproduktion an physikalische Grenzen der 3-Nanometer-Technologie stößt.

Für den Einsatz zu Hause gibt es eine entscheidende Einschränkung: Normale Bitcoin Miner sind extrem laut, oft zwischen 70 und 90 Dezibel. Das ist irgendwo zwischen Rasenmäher und Motorrad, also nichts fürs Wohnzimmer.

Genau hier kommen unsere Bitcoin-Heizungen ins Spiel. Sie sind so konstruiert, dass sie praktisch geräuschlos arbeiten und sich perfekt ins Wohnzimmer integrieren. Du heizt dein Zuhause und produzierst gleichzeitig Bitcoin. Im vergangenen Winter hat eine solche Heizung rund 808 EUR an Bitcoin-Rewards pro Heizsaison erwirtschaftet.

Aktueller Markt: Warum jetzt ein guter Zeitpunkt sein kann

Der sogenannte Hash Price, also die Vergütung pro Rechenleistung, liegt aktuell auf einem historischen Tief. Das klingt erstmal negativ, hat aber eine Kehrseite: Auch die Hardware-Preise sind so niedrig wie nie. Wer jetzt einsteigt, kauft günstig ein und profitiert überproportional, wenn der Bitcoin-Preis anzieht.

Wichtiger Hinweis

Bitcoin Mining ist kein Selbstläufer und rentiert sich nicht automatisch für jeden. Es hängt stark vom individuellen Setup ab: Hast du eine eigene PV-Anlage? Kannst du die Abwärme nutzen? Hast du einen dynamischen Stromtarif? Diese Faktoren entscheiden darüber, ob sich Bitcoin Mining für dich lohnt.

Informiere dich, rechne es durch und sprich mit deinem Steuerberater. In unserem Onlineshop findest du dafür einen Mining-Rechner, einen Rentabilitätsrechner und einen PV-Rechner, mit denen du dein persönliches Szenario durchspielen kannst.

Dieser Beitrag basiert auf der ersten Folge von The MAXX Show mit Maximilian Obwexer. Die Show läuft jeden Dienstag um 18:00 Uhr live auf YouTube, X und LinkedIn.

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Maximilian Obwexer

Maximilian Obwexer ist Co-Founder & CEO von 21energy. Seine Expertise präsentiert er einerseits hier im Blog & andererseits auch als Speaker auf diversen Konferenzen. Hauptthema hierbei ist vor allem das Bitcoin Mining & dessen Abwärmenutzung.

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