Verfasst von 21energy und Blockpit
Geprüft vom Steuerberater und Bitcoin-Steuerexperten Georg Brameshuber
Was ist Bitcoin-Mining?
Bitcoin-Mining ist der Prozess, mit dem Transaktionen in der Blockchain bestätigt und neue Bitcoin erzeugt werden. Die Arbeit übernehmen Miner, also spezialisierte Hardware: Sie lösen komplexe Rechenaufgaben, bestätigen damit Transaktionen und schreiben sie fälschungssicher in die Blockchain. Ohne diese Prüfung ließe sich das dezentrale Netzwerk austricksen, etwa indem jemand dieselben Bitcoin mehrfach ausgibt. Mining sichert so das Vertrauen in das Netzwerk und die Integrität jeder Transaktion. Als Belohnung erhalten Miner neu erzeugte Bitcoin, den sogenannten Block-Reward, und dazu die Transaktionsgebühren, die Nutzer für jede verarbeitete Transaktion zahlen. Dieser wirtschaftliche Anreiz sorgt dafür, dass Miner laufend zur Sicherheit und Stabilität des Netzwerks beitragen.
Privat oder gewerblich?
Wie Mining-Einkünfte in Österreich besteuert werden, hängt davon ab, wie das Mining konkret betrieben wird. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Mining im Rahmen der privaten Vermögensverwaltung und Mining als gewerbliche Tätigkeit. Wo die Grenze verläuft, entscheiden unter anderem der Umfang und die Dauer des Minings, aber auch die eingesetzte Hardware und Infrastruktur. Weil das immer im Einzelfall geprüft werden muss, holst du dir am besten fachkundige steuerliche Beratung. So bist du auf der sicheren Seite.
Steuerliche Einordnung von Mining in Österreich
Gewerblich oder privat: So unterscheiden sich die beiden Fälle, und so werden sie besteuert.
Bitcoin-Heizungen von 21energy gelten in Österreich als nicht gewerblich. Dasselbe gilt für einzelne Bitcoin-Miner wie den Bitmain Antminer S19k Pro, mit denen du zum Beispiel überschüssigen Strom zu Geld machst, und für anderes Mining im privaten Wohnbereich.
Wann ist Mining in Österreich gewerblich?
Wer einzelne Bitcoin-Heizungen von 21energy zu Hause betreibt, ist damit nicht gewerblich tätig. Als gewerblich gilt Mining in Österreich erst, wenn es systematisch und regelmäßig mit Gewinnabsicht betrieben wird.
Typische Merkmale dafür sind spezialisierte Mining-Hardware, hohe Energiekosten und ein laufender, organisierter Betrieb. Auf Bitcoin-Heizungen im privaten Wohnbereich trifft das nicht zu. Betreibst du allerdings sehr viele davon, ist Vorsicht geboten.
Besteuerung von Bitcoin-Mining im Privatvermögen
Für Mining im Privatvermögen gilt in Österreich eine eigene steuerliche Regelung. Block-Rewards und Transaktionsgebühren werden mit dem Sondersteuersatz von 27,5% besteuert. Das betrifft die beim Mining erhaltenen Bitcoin zum Zeitpunkt des Zuflusses und ebenso einen Wertzuwachs beim späteren Verkauf. Wichtig: Die Kosten für das Mining kannst du nicht steuerlich absetzen. Das gilt für jede Form von Bitcoin-Mining, ob Solo-Mining, Pool-Mining oder Cloud-Mining-Dienste. Für geringfügige Einkünfte gibt es eine Freigrenze von 22 €. Bleiben deine Einkünfte darunter, musst du sie nicht in der Steuererklärung angeben.
Gewerbliche Besteuerung von Bitcoin-Mining
Gewerbliches Mining wird anders besteuert als privates. Hier zählt der Gewinn nach Abzug der Betriebsausgaben, etwa für Hardware und Strom. Dieser Gewinn unterliegt dem progressiven Einkommensteuertarif, der in Österreich derzeit bis zu 55% beträgt. Machen Bitcoin-Heizungen, etwa von 21energy, nur einen untergeordneten Teil der gewerblichen Tätigkeit aus, kann der Sondersteuersatz für Kryptowährungen auch im Betriebsvermögen gelten. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn Heizungen von 21energy in Produktionshallen stehen.
Die genaue steuerliche Einordnung im gewerblichen Bereich ist komplex und erfordert eine Einzelfallprüfung. Entscheidend ist, ob eine nachhaltige, selbstständige Tätigkeit mit Gewinnabsicht vorliegt. Genau das macht einen Gewerbebetrieb aus.
Mining-Rewards in der Steuererklärung
So gibst du deine Mining-Rewards in Österreich richtig an. Deine Steuererklärung reichst du digital über FinanzOnline oder klassisch auf Papier ein. Eine Übersicht der passenden Formulare stellt das Bundesministerium für Finanzen bereit.
Mining-Rewards gehören in die Beilage E1kv, die das Formular E1 ergänzt. Dort trägst du die Beträge unter Kennzahl 171 ein.
Hinweis: Diese Anleitung gilt nur für privates Mining. Für gewerbliches Mining gelten andere Regeln.
Fazit für Österreich
Für privates Mining gilt in Österreich der Sondersteuersatz von 27,5%, für Gewerbebetriebe der progressive Tarif von bis zu 55%. Welche Variante auf dich zutrifft, entscheidet über deine Steuerlast und deine Pflichten.
Die Regeln können sich ändern, etwa wenn sich Technik und Markt weiterentwickeln. Bleib deshalb auf dem Laufenden und behalte die aktuellen Steuerregeln im Blick.
Steuerliche Einordnung von Mining in Deutschland
In Deutschland gilt Bitcoin im Privatvermögen steuerlich als „anderes Wirtschaftsgut“. Der Verkauf oder Tausch von Bitcoin ist damit ein privates Veräußerungsgeschäft nach § 23 EStG. Verkaufst du nach mehr als einem Jahr Haltedauer, sind die Gewinne steuerfrei. Für kleinere Gewinne gibt es außerdem eine Freigrenze von 1.000 € im Jahr. Verkaufst du innerhalb eines Jahres, unterliegen die Gewinne der Einkommensteuer.
Beim Mining gibt es eine Besonderheit: Mining-Einkünfte können als gewerbliche Einkünfte gelten. Das hat eigene Folgen, etwa die Pflicht zur Gewerbeanmeldung, Gewerbesteuer und kaufmännische Buchführungspflichten.
Wie Mining besteuert wird, hängt also von Art und Umfang ab, und zwischen privater und gewerblicher Einstufung liegen große Unterschiede.
Wie wird privates Mining in Deutschland eingestuft?
Auch in Deutschland ist die Einordnung nicht ganz einfach: Mehrere Faktoren entscheiden, ob Mining als gewerblich oder privat gilt. Bitcoin-Heizungen von 21energy, einzelne Bitcoin-Miner, mit denen du etwa überschüssigen Strom zu Geld machst, und anderes Mining im privaten Wohnbereich gelten derzeit als nicht steuerbar. Damit ist dieses Mining auch nicht gewerblich, und der spätere Verkauf der Mining-Rewards ist in diesem Fall ebenfalls nicht steuerpflichtig.
Aber Vorsicht: Abschließend geklärt ist das noch nicht. Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) ordnet Einkünfte aus privatem Mining eher als „Einkünfte aus sonstigen Leistungen“ nach § 22 Nr. 3 EStG ein. Dann wären sie doch steuerpflichtig.
Weil die Lage nicht eindeutig ist, solltest du dich laufend informieren und im Zweifel steuerliche Beratung einholen.
Privates Mining
Rewards aus privatem Mining sind bei Erhalt steuerfrei, solange sie unter 256 € im Jahr bleiben. Erreichst oder überschreitest du diese Freigrenze, werden die Einkünfte mit deinem persönlichen Einkommensteuersatz von 0 bis 45% besteuert.
Nach § 22 Nr. 3 EStG kannst du Werbungskosten von den Einnahmen abziehen. Übersteigen die Ausgaben die Einnahmen, kannst du den Verlust nicht mit anderen Einkünften verrechnen. Du kannst ihn aber ins Vorjahr zurücktragen oder in Folgejahre vortragen und dort mit Einkünften aus derselben Tätigkeit verrechnen.
Der spätere Verkauf der Mining-Rewards gilt als privates Veräußerungsgeschäft nach § 23 EStG. Verkaufst du sie innerhalb eines Jahres nach Erhalt, versteuerst du den Wertzuwachs mit deinem persönlichen Einkommensteuersatz. Nach Ablauf der einjährigen Haltefrist ist der Gewinn steuerfrei.
Gewerbliches Mining
Erzielst du mit dem Mining gewerbliche Einkünfte nach § 15 EStG, hat das mehrere steuerliche Folgen:
- Gewerbeanmeldung beim zuständigen Gewerbeamt nach § 14 Abs. 1 S. 1 Gewerbeordnung (GewO)
- Gewerbesteuer für Einzelunternehmer und Personengesellschaften, sobald der Gewinn den Freibetrag von 24.500 € im Jahr übersteigt
- Derivative (§ 140 AO i. V. m. §§ 238, 241a HGB) oder originäre (§ 141 AO) Buchführungspflicht
- Verkäufe sind unabhängig von der Haltedauer steuerpflichtig
Wie gibst du Mining in der Steuererklärung an?
Mining-Einkünfte trägst du in der Einkommensteuererklärung in die Anlage SO für „sonstige Einkünfte“ ein, im Abschnitt „Leistungen“. Am einfachsten füllst du die Anlage SO online über das Steuerportal ELSTER aus.
Dein Bitcoin-Mining-Steuerbericht mit Blockpit
Blockpit erstellt umfassende Steuerberichte für Bitcoin im PDF-Format. Der Bericht zeigt alle deine Bestände, Transaktionen, Gewinne und Verluste und dient gegenüber Banken oder in der Steuerberatung auch als Herkunftsnachweis. Er enthält alle relevanten Bewegungen des gewählten Steuerjahres, jeweils mit Zeitstempel, Betrag, Asset, Kosten und Gebühren.
Für Österreich ordnet dir Blockpit alle Gewinne und Verluste aus Bitcoin direkt den richtigen Kennzahlen zu, in der Einkommensteuererklärung (Formular E1) ebenso wie in der Beilage für Einkünfte aus Kapitalvermögen (Formular E1kv). Das mühsame Suchen nach den richtigen Feldern und komplizierte Rechnungen fallen weg.
Alle Details findest du in diesem Artikel: Kryptowährungen richtig in die Steuererklärung eintragen.
Steuerberatung für Österreich und Deutschland
Für alle weiteren steuerlichen Fragen rund um Bitcoin und Mining in Österreich und Deutschland empfehlen wir den Steuerberater Georg Brameshuber. Als Steuersoftware eignet sich Blockpit.
Haftungsausschluss
Dieser Artikel bietet eine allgemeine Orientierung auf Basis der Einschätzung eines Steuerexperten. Für eine genaue Beratung zu deiner persönlichen Situation wende dich bitte an eine Steuerberatung oder an dein zuständiges Finanzamt.