Mining-Hardware erklärt

Wie funktioniert ein ASIC-Miner?

Kein Fachjargon, kein Krypto-Hype. Was das „ASIC“ in einem ASIC-Miner wirklich bedeutet, was in so einem Kasten steckt und warum eine einzige Maschine eine Aufgabe besser erledigt als ein ganzer Raum voller Computer. Und am Ende der Teil, den die meisten Ratgeber weglassen.

Eine Reihe von ASIC-Bitcoin-Minern
Ein Chip,
gebaut für eine Aufgabe. Sonst nichts.
Ein ASIC-Miner ist einfacher, als der Name klingt. Hier kommt die Erklärung.
1 · Ein Chip, eine Aufgabe

ASIC steht für „application-specific integrated circuit“, einen Chip für genau eine Anwendung. Im Klartext: ein Chip, der genau eine Sache macht und sonst nichts.

Dein Laptop-Chip ist ein Generalist. Er lässt Browser, E-Mails und Musik laufen, alles ordentlich, nichts perfekt. Ein ASIC verzichtet auf all das. Er kann keine Webseite öffnen und kein Video abspielen. Er ist auf eine einzige Rechenoperation ausgelegt, genau die, die Bitcoin-Mining braucht. Und die schafft er milliardenfach pro Sekunde. Genau diese Beschränkung ist der Trick: Gib einem Chip nur eine Aufgabe und lass ihn alles andere vergessen, dann erledigt er sie schneller und günstiger als jeder Allrounder. Diese eine Aufgabe heißt Hashen, also Zahlen raten und mit dem ganzen Netzwerk darum wetteifern, den nächsten Block zu versiegeln und dafür neue Bitcoin zu verdienen. Falls dir dieser Teil neu ist, fang am besten mit „Was ist ein Bitcoin-Miner?“ an.

Ein Allrounder kann alles. Ein ASIC kann eine einzige Sache, und darin ist er allen überlegen.

2 · Das Wettrüsten um Effizienz

Mining hat nicht mit ASICs angefangen. Es hat mit ihnen aufgehört.

Am Anfang lief Mining auf Laptop-Prozessoren. Dann auf Grafikkarten, die schneller raten konnten. Dann auf Maschinen, die für nichts anderes gebaut waren als fürs Mining. Jeder Sprung verfolgte dasselbe Ziel: mehr Rateversuche aus jeder Kilowattstunde Strom. Wer mehr Arbeit aus derselben Energie herausholte, gewann, und so wurde die Hardware immer spezialisierter, bis nichts Allgemeines mehr übrig war. Der ASIC ist das Ende dieser Entwicklung. Es gibt keinen schnelleren Weg, Bitcoin zu minen, als einen Chip, der nichts anderes tut. Genau deshalb kannst du auf deinem vorhandenen Computer nicht mehr sinnvoll minen: Ein Laptop gegen einen modernen ASIC, das ist ein Ruderboot gegen einen Containerfrachter.

Jede Stufe der Mining-Hardware war hinter einer einzigen Zahl her: Arbeit pro Watt. Beim ASIC endet die Jagd.

3 · Ein Blick ins Innere

Schraub einen Miner auf, und das Rätsel ist kleiner als gedacht: ein Stapel Chips, ein Netzteil und jede Menge Luft in Bewegung.

Die Arbeit passiert auf sogenannten Hashboards: flache Platinen, dicht bestückt mit Dutzenden dieser Ein-Zweck-Chips, mehrere Platinen pro Maschine. Ein Netzteil versorgt sie, und Lüfter treiben einen kräftigen Luftstrom durch das Ganze, damit die Chips nicht überhitzen. Mehr ist es nicht. Du steckst ihn in die Steckdose, verbindest ihn mit dem Internet und meldest ihn bei einem Mining-Pool an, damit die Auszahlungen regelmäßig kommen. Danach läuft er einfach, Tag und Nacht, ohne dass du etwas tun musst.

Ein Stapel Chips, der eine einzige Rechnung löst, und ein ständiger Luftstrom, der ihn am Leben hält. Das ist ein ASIC-Miner.

4 · Die einzigen zwei Zahlen

Zwei Zahlen sagen dir, wie gut ein ASIC ist. Mehr musst du nicht wissen.

Die Hashrate, gemessen in Terahash pro Sekunde (TH/s), sagt, wie viele Rateversuche er macht: Mehr bedeutet bessere Chancen. Die Effizienz, gemessen in Joule pro Terahash (J/TH), sagt, wie viel Strom jeder dieser Versuche kostet: Weniger bedeutet günstigeren Betrieb. Ein starker moderner Miner ist beides zugleich, er rät viel und verschwendet wenig. Watt allein sagen wenig, denn zwei Maschinen können gleich viel Strom ziehen, und trotzdem schafft die eine damit deutlich mehr. Dieser Unterschied ist die Effizienz, und sie trennt einen aktuellen Miner von einem fünf Jahre alten. In unserem Rentabilitätsrechner kannst du das an echten Maschinen durchrechnen.

Die Hashrate zeigt, wie schnell er rät. Die Effizienz zeigt, was jeder Versuch kostet. Diese zwei zählen, der Rest im Datenblatt ist zweitrangig.

Eine 21energy-Heizung wärmt einen Raum
Die Wärme war nie Abfall Wärme sofort, Bitcoin für später.
5 · Der Teil, den die Datenblätter weglassen

Fast der ganze Strom, den ein Miner verbraucht, kommt als Wärme wieder heraus. Verpufft sie ungenutzt, ist Mining teuer. Nutzt du sie, kehrt sich die Rechnung um.

Ein Miner ist ein Computer, und wie jeder Computer wird er warm. Nur tut er das mit Absicht: den ganzen Tag, auf dem Niveau eines Heizlüfters. Steckst du ein Kilowatt hinein, kommt ungefähr ein Kilowatt Wärme wieder heraus. Bei den meisten Setups verschwindet die einfach zum Fenster hinaus. Unsere Heizungen nutzen genau das: Sie wärmen deinen Raum, während derselbe Strom dir nebenbei Bitcoin einbringt. Alle laufen dabei über unsere App, die sich um Pool, Auszahlungen und Einstellungen kümmert, so ist alles kinderleicht und in wenigen Minuten eingerichtet. Einmal Strom, doppelter Nutzen: Wärme sofort, Bitcoin für später.

Ein ASIC macht so oder so Wärme. Die einzige Frage ist, ob du sie nutzt.

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Ein ASIC-Miner auf einen Blick

  1. Ein ASIC ist ein Chip für genau eine Aufgabe: hashen, milliardenfach pro Sekunde
  2. Er hat Laptops und Grafikkarten geschlagen, indem er Flexibilität gegen reine Arbeit pro Watt eingetauscht hat
  3. Innen: Hashboards voller Chips, ein Netzteil und Lüfter, die viel Wärme abführen
  4. Beurteile ihn an zwei Zahlen: Hashrate für das Tempo, Effizienz für die Kosten pro Versuch
  5. Fast der ganze Strom kommt als Wärme zurück, nutze ihn also zweimal, statt ihn zu verschwenden
Maximilian Obwexer

Maximilian Obwexer

Maximilian Obwexer ist Co-Founder & CEO von 21energy. Seine Expertise präsentiert er einerseits hier im Blog & andererseits auch als Speaker auf diversen Konferenzen. Hauptthema hierbei ist vor allem das Bitcoin Mining & dessen Abwärmenutzung.